Freitag, 15. Januar 2010

Invasion der Beauftragten


Wer sind eigentlich diese Beauftragten?


Ständig verfolgen sie uns im täglichen Leben – sei es in der Schule, der Uni oder auf der Arbeit. Sie haben ganz unterschiedliche Namen: Brandschutzbeauftragter, Werkschutzbeauftragter, Frauenbeauftragter oder auch Leitern- und Energiebeauftragter und einer meiner Lieblinge, der Beauftragte für Chancengleichheit, um nur einen kleinen Teil dieser großen Gattung zu nennen. Ein Trend, der sich im letzten Jahrzehnt stark durchgesetzt hat. Ein Gebiet ohne jeweiligen Beauftragten ist doch kaum noch vorzustellen, wo doch die Eigeninitiative der Menschen so stark abnimmt und Denkfaulheit die Überhand gewinnt. Beauftragte hier, Beauftragte dort, Beauftragte, Beauftrage, Beauftragte...
Woher sollte ein gewöhnlicher Schüler, wie ich, nur ohne Energiebeauftragten wissen, wie ein Lichtschalter funktioniert und wie man die Benutzung richtig timed? Schließlich war es an den Schulen nur ein Schüler, wie jeder andere auch. Nur hat er es nicht geschafft, rechtzeitig auf die Toilette zu flüchten und war somit der einzige „Freiwillige“. Sein hartes Los: Die Faulheit der übrigen Schüler stützen und Fenster schließen, Projektoren aus stecken und Lichter zum erlöschen bringen.
Stellt euch nur mal vor: Letztens hat jemand in der Uni mit einem Feuerzeug herum gespielt. Gelobt sei es dem Brandschutzbeauftragten mit seiner ausgeprägten Expertise, der die Gefahr erkannt und sofort gebannt hat und ihn zum stillen Helden werden lies؟ Er war sofort zu Stelle und wies den unwissenden – wohl bemerkt – Physikstudenten zurecht.

Jedoch ist bei all diesen Beauftragten stets das Arbeitsgebiet klar ersichtlich – bis auf einen: Der Frauenbeauftragte:
Meist ein Alpha-Weibchen (ich bleibe dennoch beim generischen Maskulinum). Gewählt, ausschließlich von anderen Weibchen. Das Ziel derer ist uns Bierbrüdern allerdings sehr schwer ersichtlich!
Möchten sich die Damen mit ihren Beauftragten als Randgruppe hervorheben, die Hilfe bei der Einbringung in allerlei Institutionen benötigen? - Das wäre aus unserer Sicht reine Selbst-Denunziation. Sollte dies allerdings so sein, so ist die reine Damenwahl höchst bedenklich! Schließlich sind es auch die Männer, die zukünftig mit diesem Beauftragten über Missstände diskutieren müssen. Man möchte meinen, der Beauftragte für Chancengleichheit möge das Verbindungsstück zwischen Männchen und Weibchen sein, doch das stimmt nicht. Letztlich setzt sich auch dieser Beauftragte in erster Linie für die Frauenschaft ein.
In diesem Sinne also Nik bei sich an der Uni, beim Beschnuppern des Frauenbeauftragten: "Und was ist mit nem Männerbeauftragten?"

Richtig! Wo bleibt also nun der Männerbeauftragte im Sinne einer geschlechtsneutralen Gesellschaft? Es wäre nur fair!
Aber um ehrlich zu sein, wir Bierbrüder möchten so etwas überhaupt nicht. Da die Konsequenz aus unserer Sicht ein hohes Gebot ist und das sogenannte Gender Mainstreaming – was so viel wie die Umwandlung natürlicher Geschlechter in soziale Geschlechter bedeutet – um sich greift, wäre dann auch ein Beauftragter für Trans sexuelle, Travestiten, konventionelle Homosexuelle, Metrosexuelle, langhaarige Burschen !, kurzhaarige Frauen und einer für Homosexuelle Transvestiten – also eine lesbische Frau, gefangen im Körper eines Mannes – von Nöten. Und was ist eigentlich mit einem Beauftragten für Hartzer? Als schon beinahe soziales Geschlecht hätten sie aufjedenfall auch einen Beauftragten verdient. – Interessant wäre es ebenfalls, wie bei solch Gender gemainstreame die Toiletten aussähen, aber das ist ein anderes Thema. Zu dem Thema sollte irgendwann ein Beitrag folgen.


Ihr seht also, Beauftragte werden euch euer ganzes, weiteres Leben verfolgen, sie sind überall, und wer weiß? Vielleicht kleidet auch ihr irgendwann einmal ein derartiges Amt.
Über die Sinnhaftigkeit dieser gar so differenzierten Ämter bleibt allerdings ein großes Fragezeichen. Nicht zuletzt auch über ihrer Stellung in der Weisungskette. Doch wir haben diese meist etwas aufdringlichen, aber auch aufgeschlossenen Zeitgenossen schon längst in unser Herz geschlossen und sind immer offen für anregende Diskussionen über ihr angelerntes Fachgebiet.


Eure Aufklärungsbeauftragten
Davy und Nikki


Marktlücke: Beauftragte für Unterwegs 


P.S.
Ich wünschte, ich könnte euch, unseren herzallerliebsten Lesern, etwas anderes verkünden, allerdings werden wir nicht öfter als alle 7 bis 10 Tage einen Post veröffentlichen. Zum einen muss natürlich stets das gemeinsame Grundgerüst entstehen und schließlich muss es ausformuliert werden. Das benötigt Zeit um der Qualität nicht zu Lasten zu fallen. Jedoch, an Ideen mangelt es nicht, bleibt also gespannt und selbstverständlich freuen wir uns auch über Feedback und Mundpropaganda, egal, ob schlecht oder gut, konstruktiv oder hingekotzt.


Recht Lyrisch
euer Davy Jones




1 Kommentar:

  1. Gutes Thema!

    In Sachen Männerbeauftragten kann ich mich euren Ausführungen nur anschließen.
    Und was andere Minderheiten angeht, zitiere ich gerne Polt: Jede Minderheit hat das Recht, sich der Mehrheit anzuschließen!

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