Freitag, 12. März 2010

Die Müllfrau

Wer bei diesem Titel etwas negatives denkt, der ist ein Schelm.
Vielmehr geht es um die Frauenquote. Vor allem in der Politik heiß diskutiert. Vorreiter sind die Grünen. Schönes hierzu lässt sich von ihrer Website www.grüne-partei.de entnehmen: Im grünen Frauenstatut ist festgelegt, dass mindestens die Hälfte aller Ämter und Mandate Frauen zu steht. Die Umsetzung sieht wie folgt aus: Ungerade Plätze werden immer an Frauen abgegeben.
Interessante Methodik für die Gleichberechtigung, wie wir finden. Das führt zu 30 weiblichen Bundestagsabgeordneten von 51, 7 von 13 Europaabgeordneten und 3 von 6 Bundesvorstandsvorsitzenden. Würde man die Zahlen allerdings mit dem Taschenrechner nachprüfen, käme vermutlich etwas anderes heraus. - Auch die Roten lassen sich nicht lumpen und wollen 40% aller Führungsposition mit Weibchen voll zu pumpen. -

Gehen wir davon aus, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist gegeben. Was entscheidet also die Einnahme eines Mandats? Nicht etwa die Leistungen oder die Führungsqualität einer Person, sondern genau die eine Tatsache, die Männer und Frauen definitiv von einander unterscheidet: Die Anatomie. Gäbe es nun angenommen 30 geeignete Personen für ein Mandat, die zufällig männlich wären, dann entscheidet nicht der geistige Wert dieser Personen. Erwähnenswerter Aspekt. Um eines klar zu stellen. Wir sind große Befürworter der Gleichberechtigung von allen Menschen – sind ja schließlich eine große Familie – aber möglicherweise auf Kosten der Fähigkeiten eines Organs? Und schließlich bedeutet eine Quote nicht, es müsse genau diese festgelegte Anzahl der Personengruppe im Amt sein. Es geht um eine Mindestanzahl. Da kommt natürlich eine viel zu lang ignorierte Frage auf. Wo bleibt also die Männerquote im Sinne der Gerechtigkeit? Dies sei nur eine Hinterfragung des Ganzen.

Lassen wir uns mal eine Führungsposition durchleuchten. Man benötigt natürlich eine Reihe an Qualitäten: Belastbarkeit, Rationalität, Durchsetzungsvermögen und natürlich Dominanz, um nur einige wenige zu nennen. Doch nicht zu Letzt ist die Länge der Zugehörigkeit in einer Berufssparte ein sehr wichtiger Punkt. Schließlich geht es um das Hocharbeiten bis zu einer Führungsposition. Die Frau hat nun seit ungefähr der 60er Jahre die Möglichkeit, diesen Prozess zu vollziehen. Zieht man nun das Gesetz der großen Zahlen mit ein, so ist es nach tausenden von Jahren der männlich dominierten Welt logisch, dass die Quote der Frau in den Führungspositionen noch eher gering ist und benötigt Zeit. Unsere Überlegung: Die Emanzipation ist ein ungeduldiges Wesen. In unserem großen Umfeld machen wir nicht die Erfahrung, Frauen seien in den neuen Generationen einer Denunziation durch uns, den Männern, unterzogen. Gutes brauch Weile und wir müssen die Zeit walten lassen, bis sich die Welt ein pendelt.

Doch eine ganz andere Seite dieser Quoten: Sie zielen lediglich auf hoheitliche Ämter ab. Schon einmal eine Müllfrau gesehen? – Wohl kaum. Wir haben den Gedanken, die Emanzipation im klassischen Sinne möchte nicht die Gleichberechtigung, sondern die Unterbutterung der Männer.
Wir stellen die Forderung, dass für jede Frau in der Politik mindestens eine Frau bei der Müllabfuhr arbeitet,
Nun aber zurück zu den unumgänglichen Unterschieden: Die Anatomie.
Das größte Ziel eines Organismus ist die Erhaltung der eigenen Spezies. Um es auf den Menschen ganz praktisch zu beziehen: Familie. Aus dieser Erkenntnis heraus folgern wir, die Gleichberechtigung ist ein soziologischer Akt, der versucht die biologischen Unterschiede zu überspielen. Nun müssen wir euch etwas offenbaren. Es wird nicht funktionieren! Man versucht die Symptome zu beseitigen, aber die Ursache wird immer bestehen bleiben. Wir sind selbstverständlich für die Selbstverwirklichung eines jeden, aber vielen scheint nicht bewusst zu sein, dass dann auch Abstriche in anderen Lebensbereichen notwendig sind. Stressige Karriere und Kind groß ziehen beispielsweise sind zwei unvereinbare Dinge, die man zwar gleichzeitig erzwingen kann, aber nicht Kindgerecht bewältigen.

Zuletzt bleibt uns zu sagen: Beschimpft uns, wenn ihr andere Meinung seid und verehrt uns, wenn ihr uns zustimmt. Beides höchst erwünscht! Plattform diene euch die Kommentarfunktion.

Hoheitlich mit einer 100% Männerquote
Nikki und Davy



P.S.: Wir bitten nicht um Verzeihung für die lange Verspätung, aber wir lieben euch! Bleibt uns treu, auch wenn wir mal schlampen.
Danke

Montag, 15. Februar 2010

Die Bitte um Nachsicht

Hallo lieber Leser,

Ich möchte mich hiermit vielmals für die lange Verzögerung entschuldigen! Ich weiß, ihr seid schon gespannt auf die nächste Episode unserer Gedankenwelt. Jedoch ist die letzten Tage einiges unvorhergesehenes geschehen, was alles ein wenig aus den Fugen schlug.
Es kommt eben, wie es kommt...

Hochachtungsvoll
Davy

Donnerstag, 28. Januar 2010

Von Orgien und Reality TV


Gibt es Familien ohne Entertainer?


Ein Onkel oder Cousin, wenn nicht sogar 2. oder 3. Grades, der händeringend versucht, Aufmerksamkeit auf Familienfeiern abzustauben. Seine Waffen sind sowohl geschmacklose Anspielungen auf Männer/Frauen -, als auch auf Fremdenfeindlichen Klischees und vermeintlich lustigen Stimmimitationen. Dann sind da noch die talentfreien Musiker, die Poeten und Propheten. Man möchte meinen, die einzige Steigerung hiervon wären die nicht ganz so klugen Verwandten, in fetaler Stellung auf dem Boden liegend vor lachen. Doch der tatsächliche Superlativ sind die Entertainer, die diesen und ähnlichen Schund in großem Stil betreiben. Höchst wahrscheinlich auch schon Selbstdarsteller in ihren Familien. Mario Barth ist derzeit der Spitzenreiter unter ihnen.
Lasst uns euch zunächst mal einen Rückblick über Entertainment geben:


Die Antike:
Vier Kategorien der Unterhaltung haben wir heraus gearbeitet. die Musik, Das Schauspiel, die Blutrunst und Orgien feiern.
Musik war in Teilen der Welt noch eine Verständigungsform, vor allem in Teilen ohne Schriftsprache, so wie es Aborigines heute noch handhaben, aber auch eine Identifikation der Stände (man denke an die Trompeter, die einen Kaiser ankündigen) und Teil von verschiedenen Riten.
Das Schauspiel fand meist in Theatern statt. So, wie man heute Dramen noch unterteilt, gab es auch damals Komödien und Tragödien. Komödien waren oft weitgehend politische Parodien, also so was wie Kabarett heute. Den Ursprung hat das Bühnenspiel in Griechenland, die Römer haben es aber mit großer Begeisterung übernommen, indem sie die Griechen einfach unter den Arm gepackt haben und in ihren eigenen Theatern spielen ließen. Die Griechen bemühten sich noch stets um Anspruch, es genoss dennoch große Popularität. Bei den Römern ging dieser Anspruch dann nach und nach etwas flöten, aber die Beliebtheit blieb bestehen. Dennoch waren den Römern ihr Ludus lieber.
Die Blutrunst; Ein schönes Thema. Ein jeder kennt Geschichten aus dem Kolosseum. Gladiatoren, die sich mit einer Vielzahl von Waffen die Rübe blutig kloppten, die Sezierung einiger Christen durch allerlei wildes Getier und und und. Dann gibt’s noch die Hinrichtungen auf dem Marktplatz. Stets gut besucht und vom Pöbel geliebt. Endlich durften sie auch mal jemanden öffentlich anklagen. Interessanterweise kamen auch nur gute Gladiatoren – also die damalig stumpfeste Form des Entertainers – zu wahrem Ruhm. Andere wurden bespuckt oder auch nieder gestreckt. Wirklich freiwillig war das ganze also nicht.
Bei Orgien möchte man ja sehr schnell an die wilden Sixties denken, aber die Römer waren dabei nicht nur die Vorreiter, sondern haben den ersten Platz nie verlassen. Sie haben Orgien in ihren religiösen Riten verankert. Spaß und trotzdem in das Paradies kommen – andere Religionen sollten sich ein Beispiel nehmen.




Das Mittelalter:
Hier hat man in der westlichen Welt vergebens nach etwas Unterhaltung gesucht. Die Kirche war das macht habende Organ und tat stets jeden Spaß als Götzenglauben ab. Um einen Kirchenvater namens Tertullian zu zitieren: „Sämtliche Spiele sind heidnische Kulte.“ Damit schloss er alles aus, was es zu dieser Zeit noch an Freuden gab und aus der Antike nach hallte. Waren doch schließlich alle Kulte eine wahre Bedrohung für die Kirche. Was bleiben einem nun noch für Alternativen? Am Pranger hatten natürlich alle Spaß. Gar große Freude war es, andere mit Erlaubnis des Adels zu erniedrigen. Last but least: der Gottesdienst... Yes!


Und jetzt kommen wir zu den neuzeitlichen Entertainern:
Ja, die Bühnenkunst gibt es noch, doch heutzutage denkt man wohl kaum an den Gang in ein altehrwürdiges Theater – ganz und gar nicht. Auch das Verlangen nach Sportarenen, Konzerten und ähnlichem nimmt ab.
Die Popularität richtet sich beinahe ausschließlich auf Film und Fernsehen. Einer sagte einst: Ist doch super! Theater für alle, günstig und überall verfügbar. Wenn das nur so einfach wäre...
Was muss ein Filmschauspieler noch können? – Nicht besonders viel. Ein „Schnitt!“ vom Regisseur und die verpatzte Szene wird einfach nochmals aufgenommen. Trotzdem verdient er einen Arsch voll Kohle.
Anspruch? – Wohl kaum. Hierzu möchte ich nur einige Stichworte nennen: Reality TV, Telenovelas, Teeniefilme, Castingshows, Shows über nichts (schlag den Raab, Wetten Dass, Chart show, C-Promi Zusammenkünfte aller Art), Galileo.
Einen weitern Anteil übernehmen zumal auch noch die Comedians. Ganz klar abzutrennen von sozialkritischen und politisch versierten Kabarettisten, sind sie genau so Stumpf wie die anfänglich genannten Cousins und Onkel auf den Familienfesten. Vielleicht seid ihr ja sogar mit einem, dieser Spaten verwandt? Auch sie haben eine hohe Präsenz im TV.
Die Musik hat selbstverständlich ihren rituellen Charakter verloren, aber Anspruch sollte man nicht in der populären Musik suchen. Das wäre mit der berühmten Nadel im Heuhaufen gleich zusetzen.
Die Blutrunst wird nun heute nicht mehr mit spannenden Kämpfen über Leben und Tod oder die Erniedrigung und Hinrichtung von Verbrechern gestillt, sondern durch aufwendige Animationen und Maskenbildnerein á la Saw – sehr schade.
Orgien mussten sich der Pornographie unterwerfen – sehr sehr schade. So verfallen die Sitten.


Zurück zum großen Stil derer, die das geistige Level unserer Zeit stets gering halten wollen:
Mit welchem Recht – – also wie zur Hölle können diese nichtsnutzigen Dummbeutel so viel Ruhm ernten?
An ihrem Nutzen in einer Gesellschaft liegt es sicher nicht. Jeder ehrenwerte Müllmann, jeder Feuerwehrmann und jede Krankenschwester hat höheres Ansehen verdient. Diese drei Beispielhaften Körperschaften sind nicht gerade bekannt für ihren hohen verdienst, aber um ein vielfaches wichtiger als jedweder D-Promi.
An ihrer Qualität kann es auch nicht liegen. Wie könnten sonst die Herrschaften Sportfreunde Stiller mehr verdienen als eine Marissa Nadler?


Wo liegt das Geheimnis?
Es ist das Spiel mit den Idealen. Zum einen sind sie alle im Fernsehen. Keiner weiß so richtig, wer sie da überhaupt rein gestellt hat. Sie sind bekannt und müssten folglicher Weise auch hohes Ansehen genießen. Dann haben viele noch ein makelloses Aussehen. 0 8 15 Fresse und Körper á la Barbie. Gerade in unserer Gesellschaft ein Vorstellung, die viele Anstreben. Na vielen Dank!
Ist euch aufgefallen, wie sehr Britney Spears Erfolg nach ihren Skandalen geschrumpft ist? – Es ging nie um die Musik.
Dann noch die Angst vieler, nicht mehr dazu zugehören. Beispiel Dokusoap:
He Schatz, kugg ma, isch bin klüger als der!“
Das sind die kleinen Erfolgserlebnisse eines Assis vorm Fernseher. Man könnte also von einem Anti-Ideal sprechen.


Sicherlich benötigt jeder von uns seine Idole, doch Vorsicht sei dem geraten, der Hiphopgangsta und schwachsinnige Volksverhetzer dazu zählt.


Eure Entertainer
Nikki und Davy




Marissa Nadler

Freitag, 15. Januar 2010

Invasion der Beauftragten


Wer sind eigentlich diese Beauftragten?


Ständig verfolgen sie uns im täglichen Leben – sei es in der Schule, der Uni oder auf der Arbeit. Sie haben ganz unterschiedliche Namen: Brandschutzbeauftragter, Werkschutzbeauftragter, Frauenbeauftragter oder auch Leitern- und Energiebeauftragter und einer meiner Lieblinge, der Beauftragte für Chancengleichheit, um nur einen kleinen Teil dieser großen Gattung zu nennen. Ein Trend, der sich im letzten Jahrzehnt stark durchgesetzt hat. Ein Gebiet ohne jeweiligen Beauftragten ist doch kaum noch vorzustellen, wo doch die Eigeninitiative der Menschen so stark abnimmt und Denkfaulheit die Überhand gewinnt. Beauftragte hier, Beauftragte dort, Beauftragte, Beauftrage, Beauftragte...
Woher sollte ein gewöhnlicher Schüler, wie ich, nur ohne Energiebeauftragten wissen, wie ein Lichtschalter funktioniert und wie man die Benutzung richtig timed? Schließlich war es an den Schulen nur ein Schüler, wie jeder andere auch. Nur hat er es nicht geschafft, rechtzeitig auf die Toilette zu flüchten und war somit der einzige „Freiwillige“. Sein hartes Los: Die Faulheit der übrigen Schüler stützen und Fenster schließen, Projektoren aus stecken und Lichter zum erlöschen bringen.
Stellt euch nur mal vor: Letztens hat jemand in der Uni mit einem Feuerzeug herum gespielt. Gelobt sei es dem Brandschutzbeauftragten mit seiner ausgeprägten Expertise, der die Gefahr erkannt und sofort gebannt hat und ihn zum stillen Helden werden lies؟ Er war sofort zu Stelle und wies den unwissenden – wohl bemerkt – Physikstudenten zurecht.

Jedoch ist bei all diesen Beauftragten stets das Arbeitsgebiet klar ersichtlich – bis auf einen: Der Frauenbeauftragte:
Meist ein Alpha-Weibchen (ich bleibe dennoch beim generischen Maskulinum). Gewählt, ausschließlich von anderen Weibchen. Das Ziel derer ist uns Bierbrüdern allerdings sehr schwer ersichtlich!
Möchten sich die Damen mit ihren Beauftragten als Randgruppe hervorheben, die Hilfe bei der Einbringung in allerlei Institutionen benötigen? - Das wäre aus unserer Sicht reine Selbst-Denunziation. Sollte dies allerdings so sein, so ist die reine Damenwahl höchst bedenklich! Schließlich sind es auch die Männer, die zukünftig mit diesem Beauftragten über Missstände diskutieren müssen. Man möchte meinen, der Beauftragte für Chancengleichheit möge das Verbindungsstück zwischen Männchen und Weibchen sein, doch das stimmt nicht. Letztlich setzt sich auch dieser Beauftragte in erster Linie für die Frauenschaft ein.
In diesem Sinne also Nik bei sich an der Uni, beim Beschnuppern des Frauenbeauftragten: "Und was ist mit nem Männerbeauftragten?"

Richtig! Wo bleibt also nun der Männerbeauftragte im Sinne einer geschlechtsneutralen Gesellschaft? Es wäre nur fair!
Aber um ehrlich zu sein, wir Bierbrüder möchten so etwas überhaupt nicht. Da die Konsequenz aus unserer Sicht ein hohes Gebot ist und das sogenannte Gender Mainstreaming – was so viel wie die Umwandlung natürlicher Geschlechter in soziale Geschlechter bedeutet – um sich greift, wäre dann auch ein Beauftragter für Trans sexuelle, Travestiten, konventionelle Homosexuelle, Metrosexuelle, langhaarige Burschen !, kurzhaarige Frauen und einer für Homosexuelle Transvestiten – also eine lesbische Frau, gefangen im Körper eines Mannes – von Nöten. Und was ist eigentlich mit einem Beauftragten für Hartzer? Als schon beinahe soziales Geschlecht hätten sie aufjedenfall auch einen Beauftragten verdient. – Interessant wäre es ebenfalls, wie bei solch Gender gemainstreame die Toiletten aussähen, aber das ist ein anderes Thema. Zu dem Thema sollte irgendwann ein Beitrag folgen.


Ihr seht also, Beauftragte werden euch euer ganzes, weiteres Leben verfolgen, sie sind überall, und wer weiß? Vielleicht kleidet auch ihr irgendwann einmal ein derartiges Amt.
Über die Sinnhaftigkeit dieser gar so differenzierten Ämter bleibt allerdings ein großes Fragezeichen. Nicht zuletzt auch über ihrer Stellung in der Weisungskette. Doch wir haben diese meist etwas aufdringlichen, aber auch aufgeschlossenen Zeitgenossen schon längst in unser Herz geschlossen und sind immer offen für anregende Diskussionen über ihr angelerntes Fachgebiet.


Eure Aufklärungsbeauftragten
Davy und Nikki


Marktlücke: Beauftragte für Unterwegs 


P.S.
Ich wünschte, ich könnte euch, unseren herzallerliebsten Lesern, etwas anderes verkünden, allerdings werden wir nicht öfter als alle 7 bis 10 Tage einen Post veröffentlichen. Zum einen muss natürlich stets das gemeinsame Grundgerüst entstehen und schließlich muss es ausformuliert werden. Das benötigt Zeit um der Qualität nicht zu Lasten zu fallen. Jedoch, an Ideen mangelt es nicht, bleibt also gespannt und selbstverständlich freuen wir uns auch über Feedback und Mundpropaganda, egal, ob schlecht oder gut, konstruktiv oder hingekotzt.


Recht Lyrisch
euer Davy Jones




Mittwoch, 6. Januar 2010

Rettet die Musik



Habt ihr einen Lieblingsmusiker?


Nun stellt euch die Frage: was macht seine Musik so besonders?
Wir Bierbrüder machen uns darüber oft Gedanken.

Was macht ein Lied eigentlich besonders?


Unsere Antwort ist im Grunde so banal, wie auch einleuchtend: Es sind die richtigen Töne!
Vor allem als Liebhaber der Metalmusik ist man oft mit technisch hoch versierten Künstlern konfrontiert, die nur das beste Equipement haben, welche ihre Instrumente mechanisch direkt vergewaltigen um schneller, komplexer, besser zu sein. Doch dann der Schock:


Es klingt stinkend langweilig!


Es fehlt einfach die Spannung. Dann wiederum spielt jemand zwei Akkorde mit seiner uralten Klamfe und man sitzt da und denkt sich: Fack, ist das geil!
Dann gibt es natürlich auch noch die ganze Alltagsmusik:
Lieder, die auf diversen Musik und Radiosendern auf und ablaufen. Hier versucht man sich eher in der Komplexität zu unterbieten, was letztlich den selben Effekt hat: Spannungslosigkeit. Lieder, in denen ein und das selbe Thema immer und immer wieder kehrt, mit immer und immer wieder dem Refrain, damit es auch ja schön eingängig ist, sodass auch die letzte Dumpfbacke die Musik versteht:
Bloß keine Anstrengung für den Hörer!“
Die Spitze des Eisberges ist das Sampeln. Ein Musiker beraubt einen anderen Musiker seines Werkes – meist ein Klassiker – , verhunzt es, bettet es in sein eigenes Lied ein und scheffelt Geld damit. Sehr gut, Applaus!
Richtig schlimm wird es dann bei Partyhits à la Apresski und Ballermann:
Das ganze Lied besteht aus einem Chorus mit denkbar einfacher Melodie und einem stumpfsinnigen Text, der aufgrund von gewitzten Anspielungen auf Genitalien, Besäufnisse und Haus-Maus Reimen saulustig ist. Großes Lob an diese Musiker: Ihr habt die Welt zu einem besseren Ort gemacht؟
Um nun allerdings unsere Intoleranz zur Spitze zu treiben: Techno, Elektro, Trance und alles, was in diese Scharte fällt ist keine Musik! Hiermit treten wir nun sicherlich einigen auf die Füße, aber man kann ja nicht immer tolerant sein, sondern muss auch mal Stellung beziehen.
Wir erkennen den Unterhaltungswert dieser Klangkonstrukte durchaus an, doch den Begriff der 'Musik' dafür zu verwenden spricht gegen jedwede Musikphilosophie. Musiker haben stets einen direkten Bezug zu mindestens einem Instrument bzw. ihrer Stimme. Es ist das kreieren von Tönen durch die von der Natur gegebenen Fähigkeiten und der Physik. Das Instrument und die Stimme sind dabei die Medien zur Projektion von Gefühlen, die man in Melodien und Rhythmen ausdrücken möchte.
Erst gestern unterhielt ich mich mit einem begnadeten, schwarzen afro-afrikanischen Deutschen Jazzbassisten, afrikanischer Herkunft !political corectness! über die Freiheit, die ihm Musik bedeutet: „Mit den Dissonanzen des Jazz aus den Fesseln der Konventionen ausbrechen.“, frei nach Gedächtnisprotokoll. Olli war sein Name.
Und was macht nun ein DJ? – Um meinen alten Musiklehrer zu zitieren: „Da sitzt einer am PC und kackt eine CD aus.“


Warum halten nun viele Menschen diese Pseudomusik für Musik?


Hierbei haben wir eine Erkenntnis hervorgebracht: Es gibt genau zwei Arten des Zuhörers:
Den passiven Zuhörer und den aktiven Zuhörer.
Und beide haben eine denkbar unterschiedliche Vorstellung von Musik.
Der passive Zuhörer ist nur auf den Genuss von Spaß, Unterhaltung oder auch Ablenkung aus. Ihnen fehlt der Bezug zu der Kunst, die hinter einem guten Lied steckt. Somit ist alles Musik, was ein wenig Rhythmik und eine Melodie aufweist oder verstrickte Titel werden als das ist doch keine Musik abgestempelt.
Der aktive Zuhörer allerdings verspürt genau diese Kunst, diese Kreativität hinter einem Konstrukt von Klängen und Rhythmus. Er versucht, ein Lied in seiner Gesamtheit zu verstehen und überlegt, was genau dieser Ton zwischen den beiden anderen für eine Bedeutung für den Musiker haben könnte und was er für eine Wirkung auf sich selbst hat. Aktive Zuhörer sind in der Regel auch selbst musikalisch tätig.


Nun beschlich uns aber auch eine unschöne Entwicklung:
Die aktiven Zuhörer nehmen ab!
Das beste Beispiel ist hier der Rock. Hatte damals noch beinahe jedes Lied im Classic Rock ein Solo, mit dem man sich auseinandersetzen musste, so hat die heutige Rockbewegung beinahe gänzlich von ihnen abgesehen: „Zu kompliziert.“ – „Schreckt den Zuhörer ab.“ – „Sowieso überflüssig und proletenhaft“ Solche Statements sind Gang und Gäbe, zeugen aber gleichzeitig von hoher Ignoranz und Unverständnis. Doch eines stimmt:
Es schreckt den Zuhörer ab.
Die Zuhörerschaft verliert den Bezug zu Instrumenten und weiß nicht, wie ein Solo einzuordnen ist und was für Fähigkeiten es benötigt, so etwas zu erschaffen und zu spielen.


Dies sei nun ein Appell an alle passiven Hörer:


Nehmt Rücksicht auf die Kunst, die hinter der Musik steht und filtert nicht nur die Unterhaltung heraus.


Musik darf unterhalten, es ist und bleibt aber eine Ausdrucksform, so wie jede Kunst. Das darf man nicht aus den Augen verlieren.




In diesem Sinne etwas besoffen
Eure Gitarristen Nikki und Davy


 Nicht nur ein Frauenversteher: Jimi Hendrix

Ironie

Ihr werdet in meinem Schriftbild öfter dieses Zeichen vorfinden:
؟
Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes Irony Mark, also ein Satzzeichen der Ironie. Ich benutze es sehr gerne für meinen schriftlichen Sarkasmus, da ich Missverständnissen vorbeugen möchte, allerdings sehr sehr viel mit Ironie arbeite und es einfach mag.
Ich hab mich nun entschieden, das mal aufzuklären, damit ihr, meine lieben Leser, nicht im Dunkelen tappen müsst. 


euer Schreiberling Davy